1. Wir wollen die neuen pastoralen Einheiten, die Pastoral-Verbünde heißen sollen, in ihrer Größe so planen, dass sie auch in zehn oder fünfzehn Jahren noch als eigenständige Verbünde bestehen bleiben können.

2. Wir wollen die Zusammenarbeit der Priester und aller anderen im pastoralen Bereich Tätigen fördern, damit die Einzelnen sich mit ihren unterschiedlichen Begabungen in den Pastoral-Verbünden einbringen können. […] Dazu gehört, dass wir die Charismen, die jeder von uns empfangen hat, gegenseitig wertschätzen und anerkennen, und dass wir bereit sind, unsere Charismen einzubringen und die besonderen Begabungen des anderen als Bereicherung zu verstehen.

Es war uns 3. wichtig, dass die Lebendigkeit der einzelnen Pfarrgemeinden, die dann zu einem Verbund zusammengeschlossen werden, erhalten bleibt. Bei aller Notwendigkeit, über die eigene Kirchturmspitze hinaus zu schauen, soll doch die „Kirche im Dorf bleiben.“ Ich hoffe, dass viele ehrenamtlich bereit sind, das kirchliche Leben vor Ort mit zu tragen und lebendig zu erhalten.

Es war uns 4. ein Anliegen, die Zahl der Sitzungen und die Verwaltungsaufgaben nicht zu vermehren, sondern im Gegenteil Priester und alle anderen in der Pastoral Tätigen von Verwaltungsaufgaben zu entlasten.

AUF DEM HINTERGRUND DIESER ZIELVORSTELLUNGEN HABEN WIR FOLGENDE ECKDATEN FÜR DIE KONKRETE PLANUNG DER PASTORAL-VERBÜNDE IN DEN DEKANATEN FESTGELEGT:

    Pastoral-Verbund ist der Name für die verbindliche Kooperation mehrerer selbständiger Pfarreien, Pfarrkuratien und Seelsorgestellen im Bistum Fulda in einem größeren pastoralen Raum.

Die Planung für die Pastoral-Verbünde soll sich an folgenden Kriterien orientieren:

    Es sollen sich mehrere Pfarreien – mindestens drei – zu einem Pastoral-Verbund zusammenschließen.

Der Pastoral-Verbund soll grundsätzlich zwischen 5.000 bis 10.000 Katholiken umfassen. In den größeren Städten ist eine Überschreitung in manchen Fällen sinnvoll, bei extremer Flächendiaspora ist eine Unterschreitung im Einzelfall zu überprüfen. Grundsätzlich ist der Einsatz einer größeren Zahl pastoraler Mitarbeiter kleineren Pastoralverbünden vorzuziehen.

    Die Dekanatsgrenzen können überschritten werden.
    In der Regel sind für jeden Pastoral-Verbund drei Priester und dazu noch pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vorgesehen.
    Für jeden Pastoral-Verbund wird ein Stellenplan für alle pastoralen Dienste erarbeitet.
    Die Pfarrgemeinderäte der beteiligten Gemeinden sollen bestehen bleiben. Ein Pastoral-Verbundsrat, dem die Hauptamtlichen, Vertreter der Pfarrgemeinderäte und der Verwaltungsräte angehören, soll die gemeinsame Arbeit im Verbund koordinieren und verantworten.
    Leitung und Mitarbeit in dem Verbund werden durch ein Statut, das vom Diözesanbischof unterzeichnet wird, geregelt (Leiter des Pastoral-Verbundes = Moderator/Geschäftsführer, weitere Pfarrer im Pastoral-Verbund als Mitarbeiter mit definierter pastoraler Zuständigkeit, Kapläne, Diakone, pastorale Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ebenfalls mit Umschreibung ihrer pastoralen Aufgabenfelder).

FOLGENDE VERBINDLICHE FORMEN DER KOOPERATION SIND IN DEN PASTORAL-VERBÜNDEN VORZUSEHEN:

    wöchentliche Dienstbesprechung mit gemeinsamem Gebet,
    monatliche Sitzung im Pastoral-Verbundsrat,
    jährliche Klausurtagung der Vertreter der Haupt- und Ehrenamtlichen des Pastoral-Verbundes.
    Die bisherigen Verwaltungsräte bleiben bestehen. Der Vorsitz des Verwaltungsrates in den beteiligten Kirchengemeinden soll nach Möglichkeit an Laien abgegeben werden. Die Kompetenz des Leiters des Pastoral-Verbundes bezüglich der Verwaltungsräte wird noch festgelegt.

(von Bischof Algermissen, April 2004; Quelle: Bistum-Fulda.de)